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Widersprüche sind dem Menschen zumutbar

Beschlüsse der Generalversammlung der IG Autorinnen Autoren 2019

Widersprüche sind dem Menschen zumutbar

Durch Sprache eignen wir uns die Welt an. Ihr präziser Gebrauch ermöglicht Gemeinschaft, Diskurs und Demokratie. Die Verrohung von Sprache ist Leitsymptom für alles, woran die Gesellschaft krankt.

Die fruchtbare, konstruktive Kontroverse wird immer häufiger denunziert. An ihre Stelle treten ideologische Funktionalisierung von Sprache, Sprachschablonen und Sprechblasen.  Message control, forciert durch bestens gecoachte politische Amtsträger, tut der Sprache, den Sprechenden und der Auseinandersetzung Gewalt an. 

Fachleute werden nicht nur von Hasspostern lächerlich gemacht, sondern auch von politisch Verantwortlichen verunglimpft. Ganze Gruppen werden von geschichtsvergessenen Politikerinnen und Politikern pauschal verdächtigt und verächtlich gemacht. Statt sich den komplexen Herausforderungen der Gegenwart zu stellen, sucht und findet man in bewährter Weise Sündenböcke.

Literatur steht nicht nur gegen die geifernde Sprache des Hasses, des Anpatzens und der Aufwiegelung, sondern auch gegen die des Verschleierns, der Stigmatisierung und der phantasievollen Beugung des Rechts.

Die Widersprüche der Welt sind ein zentrales Thema der Literatur wie auch des Zusammenlebens. An ihnen arbeiten wir uns ab, die Auseinandersetzung mit ihnen ist das, was uns mit unseren Leserinnen und Lesern verbindet. Widersprüche zu leugnen bedeutet immer, vor der Vielfalt der Probleme – aber auch der Möglichkeiten – die Augen zu verschließen und letztlich Zuflucht zu suchen im Schatten „starker“ Führungspersönlichkeiten.

Wir glauben immer noch und trotz allem daran, dass Widersprüche nicht nur Hindernisse, sondern auch Herausforderungen sind. Sich ihnen zu stellen kann Last, aber auch Lust bedeuten.

Statistik Austria – Ministerielle Fragenstreichungen

In den Zeiten schlimmster Zensur in Österreich waren nicht nur die Presse, das Theater, die Kunst und Literatur u.v.a.m. der absoluten Kontrolle durch das Regime Metternichs unterworfen, auch die Statistik zählte zu den von der Zensur vollkommen kontrollierten Bereichen. Statistik und das Veröffentlichen von statistischen Ergebnissen waren nur mit Erlaubnis der Zensur möglich. Vor diesem historischen Hintergrund wird rasch klar, warum eine gleichermaßen von der Regierung wie der Parteipolitik und/oder politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängige Statistik von unschätzbarer gesellschaftlicher Bedeutung ist. Seit einiger Zeit schwelt nun eine Diskussion darüber, dass die Regierung vorhat, die Kontrolle über die Statistik Austria zu erlangen. Bis jetzt fand diese Debatte auf der Ebene der personalpolitischen Umfärbungen bzw. Umstrukturierungen statt. Nun liegt ein erstes Beispiel einer politischen Einflussnahme auf die Fragestellungen der Statistik Austria vor.

Im Mikrozensus, einer von der Statistik Austria durchgeführten Befragung unter rund 50.000 Österreicherinnen und Österreichern, wurden Fragen zu All-in-Verträgen und zur Zufriedenheit mit der Arbeitszeit durch die FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein wieder gestrichen. Diese Fragen waren bereits zwischen der Statistik Austria und dem Sozialministerium vereinbart und demnach im Fragebogen enthalten.

In einer Begründung des Sozialministeriums für die Streichung dieser Fragen hieß es: „Bei der erwähnten Umfrage handelt es sich um Meinungen, aber nicht um notwendige Fakten für das Ministerium zum Thema Zufriedenheit mit Arbeitszeit.“

Das ist ein Fall von Zensur in Reinkultur. Die Zufriedenheit von Befragten mit ihren Arbeitszeitregelungen und mit All-in-Verträgen stellt für die Ministerin „Meinungen“ und keine „notwendige Fakten für das Ministerium zum Thema Zufriedenheit mit Arbeitszeit“ dar.

Wir erwarten uns die umgehende Wiedereinbeziehung der gestrichenen Fragen. Wenn sich die Ministerin ein Erfolgsbestätigungserlebnis des von ihrer Regierung eingeführten 12-Stundentages und der 60-Stundenwoche wünscht, soll sie zu einer mit ihrer Partei befreundeten Agentur gehen. Im Namen der Republik Österreich darf und kann so etwas nicht geschehen.

„Abholliste“ österreichischer Autor/inn/en und Künstler/innen, Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Innsbruck

Im Facebook-Account von „Herbert Tusch / Innsbruck“ zu einer von 308 österreichischen Autor/inn/en und Künstler/inne/n an den Innenminister gerichteten, namentlich gezeichneten Rücktrittsaufforderung heißt es: „Super jetzt haben wir eine Liste und wenn es dann soweit ist wissen wir wer abgeholt werden muss“.

Nachzulesen unter dem Link https://www.trendsmap.com/twitter/tweet/1090678404595236864

den uns freundlicherweise eine Kollegin zugeschickt hat.

Es hat in den letzten Jahrzehnten viele Stellungnahmen von österreichischen Autor/inn/en und Künstler/inne/n zu Fragen der Verfassungsrechte und des Rechtsstaates gegeben, etliche davon mit Rücktrittsaufforderungen, es ist bisher kein einziges Mal zu einer solchen oder einer vergleichbaren Reaktion gekommen. Zahlreiche unserer Kolleg/inn/en empfinden diese Reaktion auf ihren Aufruf als öffentliche persönliche Bedrohung, sowohl der Unterzeichner/innen dieses Aufrufs als auch aller, die solche und ähnliche Aufrufe namentlich unterstützen.

Der Verfasser dieser Äußerung spricht nicht nur für sich selbst in eigener Sache, sondern präsentiert sich als Sprecher eines „Wir“. Er verständigt mit seiner Äußerung nicht nur die Unterzeichner/innen, sondern auch andere, die er mit seiner Mitteilung einschüchtern, zur Zustimmung animieren oder beeindrucken möchte.

Wir wissen nicht, wer der Verfasser dieser Äußerung ist und für wen er spricht, wir sind weder in sozialen Netzwerken tätig, noch sehen wir eine Möglichkeit, dieser Äußerung durch eine öffentliche Gegenreaktion zu begegnen, damit sie gelöscht und ein Wiederholungfall ausgeschlossen werden kann. Wir ersuchen Sie daher um Prüfung des von uns dargestellten Sachverhalts mit der getätigten Äußerung auf ihre rechtliche Zulässigkeit und die allfällige Veranlassung von Maßnahmen, die zur dauerhaften Entfernung dieser Äußerung führen.

Kommentare zum Zeitgeschehen

Die IG Autorinnen Autoren ersucht das Bundesministeriums für Justiz um eine Stellungnahme, wie die nachstehenden Zitate aus „Kommentare zum Zeitgeschehen“ im Verhältnis zum Wiederbetätigungsverbot des Staatsvertrags zu sehen sind:

Die Linkesten der Linken nehmen noch einmal alle Kraft zusammen, zetern und toben und hetzen, aber das Geschrei wird unsicherer und selbst sie spüren: die Menschen hören zunehmend nicht mehr zu. Oder lachen sie aus. Die „Kunst Schaffenden“ des Systems beginnen zu klagen, der „Zeitgeist“ ändere sich, der „Zeitgeist“ heißt: ihre Pfründen kommen nicht mehr so großzügig, und immer mehr Menschen sagen zu ihren Produkten und Schöpfungen Schmarren und Mist. (…) Noch kreischen sie ihre „Nazi“ und „Faschismus“-Rufe, aber die Reaktionen werden immer weniger ängstlich und selbst Politiker, die noch vor Jahren mitgeschrien haben, zeigen ihnen den Stinkefinger oder müssen feststellen, am eigenen Leib feststellen, wie das ist, wenn das Gesindel über sie herfällt. (Kommentare zum Zeitgeschehen, Folge 549, April 2018)

Für das linksextreme Denunziantenstadel DÖW (Dokumentationsstelle des Österreichischen Widerstandes) zahlen Bund und die Stadt Wien je (!) 475.000 Euro pro Jahr. (Kommentare zum Zeitgeschehen, Folge 549, April 2018)

Die Fälle menschenrechtswidriger und gesinnungsterroristischer Justizfälle in Österreich werden immer mehr und schlimmer. Am 20.12.2016 (…) wurde der 77-jährige DDr. Hans Berger verhaftet. Haftgrund die üblichen §§ des berüchtigten Verbotsgesetzes (…) das Verbotsgesetz wurde durch einen „revolutionären“ Akt der Parteien in Kraft gesetzt. (…) Dr. Hans Berger starb am 10.8.2018. (…) Die Systempresse verschwieg die Angelegenheit entweder vollkommen oder sie brachte eine einheitliche Kurzmeldung von 10 Zeilen. (Kommentare zum Zeitgeschehen, Folge 552, Oktober 2018)

Buchtipp des Monats: Goebbels, Macht und Magie (Kommentare zum Zeitgeschehen, Folge 552, Oktober 2018)

Mietzuschuss (…) Eine streng gläubige jüdische Familie hatte zusätzliche Unterstützung beantragt, um sich eine Wohnung in der Nähe Ihrer Synagoge in Charlottenburg leisten zu können. Streng gläubige Juden dürfen am Sabbat weder Autofahren, noch öffentliche Verkehrsmittel benutzen. (Kommentare zum Zeitgeschehen, Folge 551, August 2018)

Beitrag der Schriftstellerin Brigitte Pohl (…) Als wir beide mutterseelenallein auf dem Heldenplatz standen. (…) Ja, also der 11. März 1938 war recht beeindruckend. Polizisten hatte ich hoch erhoben auf Männerschultern, an den Armen Hakenkreuzbinden, an mir vorbeischweben gesehen, lachend, singend, grüßend, mit einem Gruß, der heutzutage in Österreich mit fünf Jahren Zuchthaus geahndet wird. Es war eine tolle Nacht: die Wiener berauscht, ohne einen Tropfen des berühmten Heurigen genossen zu haben. (Kommentare zum Zeitgeschehen, Sonderfolge 548)

WIE LANGE WOLLT IHR EUCH NOCH FROTZELN LASSEN? Ein paar Dutzend „Künstler“, „Kunstkritiker“ und „Kunstmanager“, die – wohlgenährt und wohldotiert – sich selbst als Avantgarde bezeichnen, Kunstpreise erhalten, die sie sich gegenseitig verleihen, öffentliche Aufträge ausführen, die Ihr nicht nur sehen und hören, sondern auch bezahlen müßt, terrorisieren Euch mit Hilfe von Presse, Rundfunk, Fernsehen und politischen Mandataren. DENN ES IST TERROR, wenn sich Hunderttausend täglich eine „Kunst“ ansehen und anhören müssen, die nicht einmal diskutiert werden kann, weil sie ein „Nichts“ ist; die nicht einmal provoziert, weil Frechheit und Unvermögen bestenfalls Ärgernis erregen; die nicht einmal zum Nachdenken veranlaßt, weil nur Idioten über Stumpfsinn nachdenken. (Flugblatt der Kommentare zum Zeitgeschehen)

WIR SIND FÜR DIE ABSOLUTE FREIHEIT DER KUNST! (…) ABER NICHT UM UNSER GELD! Sie sollen die tollsten Montagen und die wüstesten Wortkombinationen als „Literatur“ ausgeben, sie sollen drucken, publizieren und verkaufen können. (…) ABER NICHT AUF UNSERE KOSTEN! Nicht im öffentlichen Rundfunk und Fernsehen, die von jenen erhalten und bezahlt werden, die diesen Unsinn ablehnen. Nicht, weil sie blöde und ungebildet sind, sondern weil sie normal und gesund empfinden. Auch wenn den Hintermännern und Ausführenden der „modernen Kunst“ – die weder modern, noch Kunst ist – die Worte normal und gesund suspekt sind. (Flugblatt der Kommentare zum Zeitgeschehen)

Ihr seid es, die nicht den Mut haben zu sagen, was ihr empfindet, was ihr seht, was ihr hört.

IHR SEID ZU FEIGE, DIE WAHRHEIT ZU SAGEN! (…) ERKENNT DAS ENDLICH! (…) Ihr seid kein Stimmvieh, kein Trottel, kein dummes Volk, zu dem man Euch gerne stempelt. Sagt es den Mandataren, schreibt es Euren Zeitungen, dem Rundfunk, dem Fernsehen, den öffentlichen Stellen! (Flugblatt der Kommentare zum Zeitgeschehen)

ES WÄRE FALSCH, GEWALT ANZUWENDEN. Den Erzeugern jener unförmigen Gebilde, die sie „Plastiken“ nennen und die von Kulturbonzen gekauft und öffentlich ausgestellt werden, wäre nur gedient, wenn man diese Plastiken zerschlagen würde. Sie würden sich selbst als „Märtyrer“ hinstellen und ihre Lakaien Presse, Rundfunk und Fernsehen würden sie als „Opfer des Fortschritts“ feiern und entsprechend entschädigen. (Flugblatt der Kommentare zum Zeitgeschehen)

Bitte lesen sie auch das Kleingedruckte: Wir bitten um ihre Kampfspende! (Kommentare zum Zeitgeschehen, Folge 551, August 2018)

Berufsbild, Liste literarischer Tätigkeiten und Tätigkeitsgebiete

Die IG Autorinnen Autoren erstellt zur Unterstützung der Bewertungen durch die Kurien des ksvf (Künstler-Sozialversicherungsfonds), ob eine „künstlerische literarische Tätigkeit“ ausgeübt wird oder nicht, eine Liste der literarischen Tätigkeiten und Tätigkeitsgebiete.

„Künstlerische literarische Tätigkeit“ besteht nicht allein im Verfassen und Publizieren von Texten in den traditionellen literarischen Kategorien, sondern ist in einer Vielzahl von Tätigkeiten auf zahlreichen Tätigkeitsgebieten zu finden. Die IG Autorinnen Autoren listet ohne Anspruch auf Vollständigkeit im Folgenden schriftstelleriche Tätigkeiten auf, die selbständig erbracht werden. Alle hier angegebenen Tätigkeiten beruhen auf Beispielen aus der Praxis.

Gedichte, Erzählungen, Romane, Essays
Experimentelle Arbeiten (Montagen, Collagen, Visuelle Poesie etc.)
Theaterstücke und andere szenische Texte für das Theater
Kabarett-Texte
Liedtexte (Pop, Rap, Schlager, Chanson, klassisches Lied), Librettos
Spoken Word Poetry
Kinder- und Jugendliteratur, einschließlich Bilderbücher

Kommentare, Glossen, Feuilletons
Treatments, Szenarios, Film-Dialoge und Drehbücher

Mundart, Dialektliteratur

Entwickeln und Erstellen von Moderationen (nicht ausschließlich)
nicht wissenschaftliche, nicht fachliterarische Sachbücher
Texte zu Bildbänden

fiktional-dokumentarische Texte (Faction literature)
Ghostwriting
Comic, Graphic-Novel
Redaktionelle Arbeit in Zeitungen und Zeitschriften
Herausgeberschaft mit redaktioneller Tätigkeit
Vorwörter, Nachwörter, Geleitwörter, Begleitkommentare
Blogs, digitale Veröffentlichungen
Literarische Übersetzungen
Trivialliteratur (Heftromane, Buchreihen)
Buchbesprechungen (nicht ausschließlich)
Literarisches Lektorat (nicht ausschließlich)

Jury-Gutachten und Expertisen

Laudationen
Klappen- und Ankündigungstexte von und Pressetexte zu Büchern (nicht ausschließlich)
Ankündigungstexte für Aufführungen und Konzerte (nicht ausschließlich)
Textierung von Programmen, Flugblättern, Plakaten (nicht ausschließlich)
Abhalten/Leitung von Schreibwerkstätten

Schulbuch, Unterrichtsskripte, Vortragsskripte (nicht ausschließlich)
Unterrichten in Schreibwerkstätten
Poesievorlesungen an Universitäten
Lesungen

Reden zu Eröffnungen, bei Beerdigungen, Festbeiträge (nicht ausschließlich)

Vortragstätigkeiten in außerliterarischen Zusammenhängen (nicht ausschließlich)

Austritt aus dem EWC European Writers‘ Congress bzw. European Writers‘ Council

Die IG Autorinnen Autoren ist seit bald 5 Jahrzehnten Mitglied im EWC, sie hat viele Jahre lang die Aktivitäten des EWC mitgetragen und zwei europäische Schriftsteller-Kongresse in Wien ausgerichtet, einen davon in Zusammenarbeit mit der IG Übersetzerinnen Übersetzer. Seit ein paar Jahren verfolgt der EWC eine Informationspolitik an seinen Mitgliedsverbänden vorbei. Wir wissen nicht, welche Kommunikation der EWC auf europäischer Ebene mit wem führt, wir wissen nur, wie sie sich auf uns auswirkt. Der EWC sucht nicht die Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsverbänden, er sucht sie mit wem auch immer in der EU.

Auf diese Weise wurde die IG Autorinnen Autoren von der Verleihung der Europäischen Literaturpreise in Wien während der Österreichischen EU-Ratspräsidentschaft erst kurz vor der Veranstaltung von dritter Seite informiert und war es erst in letzter Minute möglich, die Kolleg/inn/en zur Teilnahme an der Verleihung einzuladen.

Eine Erfahrung, die sich jetzt wiederholt hat. Die Einladung zur Nominierung eines Autors/einer Autorin und eines Übersetzers/einer Übersetzerin wie bei den letzten beiden Malen, vor vier bzw. acht Jahren, bei der Bildung einer Jury für die Vergabe des Europäischen Literaturpreises an eine/einen österreichische/n Autor/in erhielt die IG Autorinnen Autoren erst nach einer Information von dritter Seite durch eine Nachfrage beim Österreichischen Verlegerverband, bei der sich herausstellte, dass der EWC ohne Absprache mit dem Österreichischen Verlegerverband und der IG Autorinnen Autoren schon von sich aus jemanden nominiert hatte. Dieses Ergebnis konnte in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Verlegerverband korrigiert werden.

Was bleibt ist ein EWC, der mit seinem Mitgliedsverband per Zufallsverständigungen über Dritte und den Verlegerverband kommuniziert und der daher mit Sicherheit nicht die Interessen seiner Mitgliedsverbände vertritt.

Wir beenden daher unsere Mitgliedschaft beim EWC.

Wir sind zur Zusammenarbeit als Verband außerhalb des EWC jederzeit bereit, sollte diese Zusammenarbeit mit uns gesucht werden und sollten wir ein an uns herangetragenes Anliegen des EWC mittragen können. Jede andere Mitwirkung beim EWC unter Berufung auf uns als Verband schließen wir ausdrücklich aus.

Abschied von Hilde Langthaler, Michael Amon und Elisabeth Wäger

Wir trauern um die langjährige Delegierte in unserer Generalversammlung, Hilde Langthaler, die uns stets engagiert begleitet und unterstützt hat. Wir wissen von ihren Leistungen und Verdiensten für uns und laden alle ein, in ihren jetzt zu Nachlassveröffentlichungen gewordenen Neuerscheinungen, „Podium-Lebensporträt“ und „verwortungen“ in der edition art & science aktuell nachzulesen, wer Hilde Langthaler war und geblieben ist, wofür sie gestanden ist und steht.

Im Zug der Vorbereitungen zur Generalversammlung sind wir darüber hinaus auf Nachrichten vom Ableben von Michael Amon und Elisabeth Wäger gestoßen, die bereits vergangenen Dezember verstorben sind. Beide waren über ihre eigenen beachteten und beachtlichen literarischen Tätigkeiten hinaus wichtige Stützen der österreichischen Gegenwartsliteratur. Michael Amon hat bei keiner Initiative der IG Autorinnen Autoren gefehlt und Elisabeth Wäger war in ihrer jahrelangen Nebentätigkeit bei den Wiener Festwochen eine große Förderin der neueren österreichischen dramatischen Literatur.

Es wird ihrer Bedeutung nicht gerecht, dass sie, die so viel für die Literatur und die literarische Öffentlichkeit getan haben, bis auf jeweils eine Nachricht in einem Regionalmedium nahezu unbemerkt von uns gegangen sind. Wir werden bei jeder Gelegenheit, die sich uns bietet, auf das von beiden hinterlassene Werk hinweisen und ihre Leistungen für die österreichische Literatur würdigen.

Initiative zur Senkung der Postgebühren für Bücher, Literatur-, Kunst- und Kulturzeitschriften

Der Postversand und damit die Verbreitung unserer Werke wird durch exorbitante Portogebühren behindert. Die IG Autorinnen Autoren wird ein weiteres Mal versuchen, die Post zu einem Tarif für Bücher, Literatur-, Kunst- und Kulturzeitschriften zu bewegen, wie er viele Jahre lang für Bücher und Drucksachen bestanden hat.

Wiener Kunst- und Kulturförderungsgesetz

Die IG Autorinnen Autoren wird sich bei den zuständigen Einrichtungen und Personen, jedenfalls beim Bürgermeister der Bundeshauptstadt, dafür einsetzen, dass Wien ein verbindliches Kunst- und Kulturförderungsgesetz erhält.

In drei Bundesländern (NÖ, Tirol, Vorarlberg) ist die Kunstförderung in der Landesverfassung verankert, sieben Bundesländer (Burgenland, Kärnten, NÖ, OÖ, Salzburg, Tirol, Vorarlberg) haben ein eigenes Kulturförderungsgesetz. Ein Bundesland (Steiermark) hat ein eigenes Kunstförderungsgesetz. Sechs Bundesländer (Burgenland, NÖ, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg) betonen die Kulturförderung in ihren Jugendförderungsgesetzen.

Nur Wien hat als einziges Bundesland weder die Kunst- oder Kulturförderung in der Landesverfassung verankert, noch in einem Kunst- oder Kulturförderungsgesetz und auch in keinem Jugendförderungsgesetz. Diesen Mangel gilt es umgehend zu beheben.

Österreichischer Presserat / Presseförderung

Die IG Autorinnen Autoren wird sich bei den zuständigen Einrichtungen und Personen, jedenfalls beim Bundeskanzler und den für Medien und Finanzen zuständigen Ministern für eine Aufwertung des Status des Österreichischen Presserates einsetzen.

Der Status desÖsterreichischen Presserates soll insofern aufgewertet werden, als seine Urteile von der Kommunikationsbehörde Austria Anerkennung finden und als Grundlage für die Vergabe von Mitteln aus der Medienförderung dienen sollen. Das Presseförderungsgesetz – wo jetzt schon Maßnahmen zur Qualitätsförderung und Zukunftssicherung vorgesehen sind – ist in diesem Sinn zu ändern.

Urteile des Presserates sind den kritisierten Medien derzeit weitestgehend egal. Die Kritisierten machen sich in ihren Blättern über die Urteile des Presserats oft noch lustig. Das könnte sich bei Auswirkungen auf die Bemessung der Fördersummen in der Presseförderung rasch ändern. Wie schon in § 2 (8) Presseförderungsgesetz („Wird in einer Tages- oder Wochenzeitung eine gerichtlich strafbare Handlung nach § 283 StGB [Verhetzung] oder nach den Bestimmungen des Verbotsgesetzes verwirklicht, so entfällt – vorausgesetzt es liegt eine rechtskräftige Verurteilung dieser Tat vor – die Förderungswürdigkeit für das Kalenderjahr, in dem die rechtskräftige Verurteilung erfolgt.“) könnte auch eine entsprechende Regelung für diese Fälle im Presseförderungsgesetz gefunden werden.

Anonymität bei Einreichungen für Stipendien

Die IG Autorinnen Autoren tritt für die Anonymität bei Stipendienbewerbungen ein. Dies soll auf alle Stipendien zutreffen, wo keine anderen Vorbedingungen als die Einreichung eines jeweiligen Projektes notwendig und erforderlich sind. Bei Stipendien, die im Rahmen von SKE-Unterstützungen vergeben werden, sollen die für alle gleich gültigen Vergabekriterien in einer Prioritätenfolge offengelegt werden. (z.B. 1. Bedürftigkeit/Bedarf, 2. bisherige Werke, 3. konkretes zur Fertigstellung vorgesehenes Werk).

Einhaltung der Mindesthonorarempfehlungen der IG Autorinnen Autoren

Die IG Autorinnen Autoren erinnert aus gegebenem Anlass die österreichische Auslandskultur an die Mindesthonorar-Empfehlungen der IG Autorinnen Autoren. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen Kulturforen zum Teil weit unter den empfohlenen Mindesthonoraren Lesungen und andere Auftrittsmöglichkeiten für Autor/inn/en anbieten, um mit geringeren Budgets ein gleiches Maß an kultureller Repräsentation zustande zu bringen. Wenn aber die Republik Österreich ihre Kunst und Kultur international herzeigen will, so kann sie nicht bei ihr sparen.

Wien, Literaturhaus

24.2.2019

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