Wir sind grenzenlos! CEZ MEJA! LJUBLJANA, WIR KOMMEN! Wir erforschen dich! Wir sprechen mit dir! UND DU? Literatur-Aktion zur Belebung nachbarschaftlicher Beziehungen über die Grenzen hinweg

Grenzen überschreiten, literarisch einander näher kommen. Unter diesem Motto fuhr Dienstag, 7. März 2017 eine erste Gruppe von Kärntner AutorInnen und OrganisatorInnen mit dem Linienbus der „Alpeadrialine“ über den Loibl in die benachbarte Metropole Ljubljana. SchriftstellerInnen unterschiedlicher Ausrichtung und Prägung wollen mit diesem Literatur-Reise-Projekt ab März das Gemeinsame der Kulturen entdecken, erforschen, darüber sprechen und berichten.

„Wir sind ein Vorauskommando. Wir fahren wieder. Und andere werden auch fahren. Wir bringen uns selbst mit, was wir sind. Wir sprechen mit jedem in Laibach, wir streifen durch die Gassen, WIR WOLLEN ES WISSEN….
Wir sind neugierig, richtig wissbegierig, wir sind kritisch, wir beobachten, wir schreiben alles auf. Wir wollen herausfinden, was wir mit unseren südlichen Nachbarn gemeinsam haben und was uns trennt. Jeder von uns wird das naturgemäß anders sehen und anders angehen,“ betont Del Vede Projektleiter und Initiator dieser Literatur Aktion LJUBLJANA WIR KOMMEN! CEZ MEJA! UND DU?

Die von der neuen AutorInnengemeinschaft KAUS/a (Kärntner AutorInnen Solidarität/ Aktion zur Aktivierung der Literaturszene) ab März organisierten Themenfahrten vom Klagenfurter Busbahnhof aus beinhalten Lesungen, moderierte Interviews während der Fahrt und öffentliche Statements in Ljubljana auf dem zentralen Knotenpunkt, dem Prešeren-Platz mitten in der Altstadt.

Die erste Lesung – gedacht als Initialzündung für die gesamte Literatur-Aktion – wurde erfolgreich von drei Kärntner DichterInnen (Sieglind Demus, Gabriele Russwurm-Biro und Del Vede) auf den Stufen des Prešeren-Denkmals mitten im Getümmel der belebten historischen Altstadt Ljubljanas abgehalten und fotografisch dokumentiert.

Jeder Mitreisende ist nun aufgerufen, sein Ljubljana –Tagebuch zu schreiben: Eindrücke, Beobachtungen, Stimmungen, Erinnerungen, Gedanken, Aufrufe. LAIBACH in 300 Zeilen
„Laibach in 300 Zeilen, in 100 Zeilen oder in 13 Zeilen, das wird die Essenz sein von unserer Expedition mit Bleistift und Papier über den Loibl und auf und ab in den alten Gassen von Ljubljana“ (Del Vede)

Unsere schriftlich literarischen Eindrücke erscheinen überall, wo der Aktion Zugang ermöglicht wird und auf einem geplanten eigenen Blog. Bezwecken soll diese Literatur-Aktion ab März 2017, dass wir einen interkulturellen Dialog mit unserem südlichen Nachbarn eröffnen, um den künstlerisch literarischen Austausch zu beleben und die gegenseitige Inspiration der benachbarten Kultur-Städte anzukurbeln. Begegnung und Entdeckung stehen im Mittelpunkt.

„Deine Texte und meine Musik gehören zusammen! Davon überzeugte mich Lado Jakša, Multiinstrumentalist und Multilinguist aus Ljubljana vor zwei Jahren. Als dritte Ebene kam für uns die Fotographie dazu. Seitdem arbeiten wir mit großer Freude gemeinsam.
Selbstverständlich unterstütze ich alle Möglichkeiten von Begegnungen mit unseren slowenischen Nachbarn. Mich bereichern sie.
Längst schon sollte es diese „zwei Seiten“ nicht mehr geben. Für viele ist der Austausch so selbstverständlich, wie das Miteinander. Meinen Anteil daran möchte ich gerne beitragen.“ (©Sieglind Demus)

„In einer direkten Linie von hier nach dort. Im Bus. Über die Berge. Warum nicht? Warum nicht Laibach? Warum nicht „die dort unten“ kennenlernen? Werden uns sicherlich ähnlich sein in ihren Wünschen, ihren Ängsten, ihrer Menschlichkeit… und die Stadt…. soll ein Traum sein, ein südländischer Traum, ein europäischer Traum… warum also nicht hinfahren – schauen und spüren und darüber schreiben? Das Ticket reservieren und los geht’s…. freu mich! (Monika Grill)

„Ja, ja, ich muss nach Laibach, ich muss immer wieder nach Ljubljana, in die Großstadt näher als Wien. Dort ist ein Cousin meiner Mutter, den mein Vater vor den Nazis gerettet hat, zuhause. Dort sind die schönsten Lindwürmer zuhause! Die Lindwürmer an der Brücke, die mich ¬– anders als der Klagenfurter Lindwurm ¬– jedes Mal, immer wenn ich dort bin, auf einen Flug über diese besondere Stadt am Fluss Ljubljanica, am Laibachfluss, fortragen.“ (Edith Darnhofer-Demár)

TeilnehmerInnen der ersten Exkursion waren die Kärntner AutorInnen Sieglind Demus (Villach), Willi Wolschner (Koordinator), Gabriele Russwurm-Biro (Planung)
und Del Vede (Initiator und Projektleiter) und Heide Tanzmeister:

„Ich lasse diese fremd gebliebene, so nahe Stadt, auf mich wirken. Die Widerstände, die sich zwischen diesen beiden Städten auftürmen, werden mit Sprachfetzen, Landschaften und noch mehr Bildern fortgewischt. Also mach doch langsam, Grenze, mach langsam, Abschied. Du bist bald fort und ich bleibe auch nicht für immer – Es wird kein Wort zu viel sein, das ist mein Expeditionsziel. Sobald mein Ljubljana auf 30 starke Sätze verdichtet ist, weiß ich, dass es ein langer Tag gewesen sein muss, der nicht spurlos bleibt.“ (©Del Vede)

„Es ist jetzt an der Zeit nach Ljubljana zu fahren und sich klar darüber zu werden, dass das Zusammenwachsen beider Nachbarländer trotz vieler Widerstände auf beiden Seiten endlich in Gang kommt “ (Willi Wolschner)

Weitere organisierte Literatur-Expeditionsfahrten von Klagenfurt nach Ljubljana mit Kärntner Autorinnen und Autoren werden zu bestimmten Terminen im März folgen
(u.a. mit Univ. Prof. Dr. Heinz-Dieter Pohl – Forschungsbus, Linguistik).
Literaturfahrten: Gerhard Ruiss, Edith Darnhofer-Demár, Monika Grill, Marlies Karner-Taxer, Gernot Ragger, Ingram Hartinger, Monika Slamanig (artist in residence 2016/St. Gallen – Klagenfurt), Karin Prucha, Gerald Eschenauer u.v.a.m.

Treffpunkt: im März 2017, 9020 Klagenfurt,
AK-Portal, am Busbahnhof 9:00 Uhr
Abfahrt: 9:30 Uhr,
Rückkehr Klagenfurt BHf: 18:49 Uhr
Anmeldungen: Kärnten Bus GmbH
tel: 0463/931 800,

www.alpeadrialine.com

Fotos © Sieglind Demus, Gabriele Russwurm-Biro und Willi Wolschner

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