„Schau so!“ – eine WortKlang-Matinee mit Sieglind Demus und Charlie Leschanz im Pankratium Gmünd

Im Haus des Staunens kam letzten Sonntag ein literaturinteressiertes Publikum zusammen und ließ sich von den Erzählungen und improvisierten Klängen auf einem (ehemals bereits ausrangierten und nun wieder restaurierten) Harmonium bezaubern.

Die in Villach ansässige Schriftstellerin Sieglind Demus brachte mit ihren Erzählungen aus verschiedensten Teilen der Welt die Zuhörer zum Staunen. Sie versetzt sich dabei in Kinder und schildert die Geschehnisse durch deren Augen gesehen, durch ihre jeweils spezifisch eigene Sprache in feinfühliger, verletzlicher Weise, zum Ausdruck gebracht:

„Die Texte Ich bin ein Artist, Fata Morgana und Schau, so! sind Puzzleteile einer Serie. In dieser Serie gebe ich Kindern eine Stimme. Die Texte zeigen jeweils einen kleinen Ausschnitt ihres Aufwachsens. Was daran besonders ist? Diese Geschichten spielen weltweit solitär, sind stark verortet und doch greifen sie auf subtile Art und Weise ineinander und fügen sich zu einem globalen Gesellschaftsbild. 
Ganz bewusst verzichte ich auf Historie, auf das, was vorher war – und auch auf das was nachher sein wird. 
Beides, das Vorangegangene und das Fortgesetzte schreiben unser Wissen, unsere Erfahrung, unser Hinschauen, genauso wie unser Wegschauen. In meinen Texten sind meine Protagonisten keine realen, aber gut recherchierte Figuren, Kinder, die in der Ichform in unterschiedlichem Duktus zu berichten wissen“, erklärt Sieglind Demus.

Ihre Texte „Ich bin ein Artist“ / „Schau, so!“/“Fata Morgana“/“Die neuesten Nachrichten“ und „I feel blue“ wirkten stark berührend auf das Publikum. Jazzpianist Charlie Leschanz ließ sich von den Texten inspirieren. Seine Kompositionen entführten ebenfalls in imaginäre Welten. Dazu bediente er sich der Klangfarben eines besonderen Instrumentes – des Harmoniums und verstand es gleichzeitig auf einzigartige Weise die Klangfülle zu zähmen. 

Gemeinsam ergab diese Martinee im Haus des Staunens eine literarisch-musikalische Bereicherung und eine Reise in ferne Welten, die, wenn man die Einzelschicksale der Kinder in den Demus-Erzählungen betrachtet, eigentlich nicht fern von uns sind. Hoffentlich finden die Kurzgeschichten bald in Form eines Buches den Weg in die Öffentlichkeit.

Die Künstlerstadt Gmünd hat wieder bewiesen, dass sie auf hohe Qualität und besonders herausragende Künstlerpersönlichkeiten setzt – mit Erfolg.

Foto © Mag. Werner Ruppnig


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