Frauenzimmer – Ein literarischer Reigen von IG-Autorinnen Kärnten zum Internationalen Frauentag

Zum traditionellen Literatur-Event im Klagenfurter Musilhaus lud am Internationalen Weltfrauentag (8. März 2017) die engagierte Obfrau der IG-Autorinnen Autoren Kärnten, Ilse Gerhardt, 14 Kärntner Literatinnen (IG-Autorinnen) zum Lesemarathon. Thema des Abends war selbstverständlich ein weibliches, egal in welcher Art und Weise, erlaub ist, was gefällt und den Literatinnen auf der Seele liegt. Dafür standen knappe 5 Minuten zur Verfügung. Frauen machen Frauenliteratur und Frauenthemen zum Inhalt dieses Abends.

Begonnen hat den weiblichen Literaturreigen die wohl jüngste Kärntner Autorin, die 15-jährige Irina Antesberger. Sie las einen spannenden, sehr bewegten und heiteren Ausschnitt über Eigenheiten von Primadonnen und anderen Theaterereignissen aus ihrem Debütroman „Wenn der Vorhang fällt“ (Memorien-Verlag, 2016).

http://www.kleinezeitung.at/kaernten/kaerntnerdestages/5151856/Kaerntnerin-des-Tages_Irina-Maria-Antesberger_Eine-vielseitige

Ausnahmetalent Rebekka Scharf aus St. Stefan im Lavanttal trug ihren starken Text mit bedrückenden Kindheitserinnerungen sehr beeindruckend vor. „Einmal Eselsbank – immer Eselsbank“ über Ausgrenzung im Kindesalter.

Danach folgte die Geschichte über den Hirtenjungen Tajos von Autorin Christine Tidl aus Seeboden vor dem Hintergrund eines ihr besonders lieben Themas: Afrika und die Massai.
Sie ist Mitglied des Verbandes Steirischer Autoren, Mitglied der Dichterstein Gemeinschaft Zammelsberg, und der Christine Lavant-Gesellschaft. Zahlreiche Veröffentlichungen ua. der erste eigene Lyrikband „und meine Träume schreib ich in den Wind“

Gisela Unterberger aus Hermagor las Gedichte vor, die als lyrische Milieustudien eines Lebens angelegt waren. Sie ist Mitglied des Kärntner SchriftstellerInnen-Verbandes.

Die zweisprachige Literatin Luise Ruhdorfer aus Finkenstein veröffentlicht wissenschaftliche und literarische Texte in Deutsch und Slowenisch. Sie las aus ihrer Studienchronik über Schicksale frühverstorbener Frauen, die ihre Kinder zurücklassen haben.

Die Lyrikerin und Literaturwissenschaftlerin Betty Quast aus St. Veit an der Glan las aus ihrem Lyrikband „Endzeit“, der kurz vor der Veröffentlichung steht, Gedichte aus der Sammlung Marzahn (Erinnerungen aus der Hochhaussiedlung in Berlin) „vom Leben in den Wracks der Moderne“. Sie ist als Vorstandsmitglied des Kärntner SchriftstellerInnen-Verbandes Mitorganisatorin des Alpen-Adria-Symposiums des KSV in Gmünd, das heuer Mitte Oktober stattfinden wird, und betreut und baut die Kontakte zwischen den Literaturgesellschaften und Interessensverbänden in Tirol, Südtirol und Osttirol auf.

http://literatur.report/berichte/leih-mir-dein-ohr-lesung-der-kaerntner-schreiberlinge-am-woerthersee/

Dagmar Cechak aus Klagenfurt präsentierte ihren lyrisch gehaltenen Prosatext „Schneeblut“ mit sanften Stimmungsbildern und anschließend eine kurze kritische Darstellung über die männliche Eitelkeit, die das Publikum zum Schmunzeln brachte…

Die aktuelle Kärntner Lyrikpreisträgerin der STW-Klagenfurt, Monika Grill, aus Viktring bei Klagenfurt, trug sehr pointiert eine Hommage zum Weltfrauentag vor über die verschiedenen Tage und ihre Widmungen – Alltägliches und Besonderes – und mitreißend. Sie engagiert sich als Schriftführerin im Vorstand der IG-Autorinnen Autoren –Kärnten und verbrachte 30 Jahre in den USA (Kentucky). Seit ihrer Rückkehr 2010 widmet sie sich ganz konzentriert der Schriftstellerei.
http://kaernten.orf.at/news/stories/2810425/
http://www.monikagrill.com/v

Danach las die Klagenfurter Autorin Eva Possnig eine Erzählung vor, die ein Bestandteil ihres unveröffentlichten Romans „Sechs Farben einer Stadt“ ist. Sie hat sich überwiegend der Prosa und feinen nuancierten Erzählform verschrieben.

Die aktuelle Preisträgerin des zweisprachigen Kärntner Literaturwettbewerbes von Bleiburg „Kärnten wortwörtlich/Koroška v besedi“ für Lyrik (2016), Anneliese Merkac-Hauser, las neue Gedichte und aus ihrem Lyrikband „Samt und Leinen“ (Fran-Verlag, Klagenfurt 2011). Sie ist Mitglied der Autorinnengruppe scribaria und zaubert starke Bilder mit ihrer verknappten lyrischen Sprachkunst.

http://www.bleiburg.gv.at/kulturundtourismus/literaturwettbewerb.html

Maria Alraune Hoppe fesselte das überwiegend weibliche und sehr aufmerksame Publikum an diesem Abend mit einem beeindruckend experimentellen Text: „Wenn Frau im Zimmer fraut… “ Ihre intellektuellen virtuosen Wortspiele mit Witz und Ironie tragen den Text über alle Gendergrenzen spielend und mit einem Augenzwinkern hinweg. Eine beachtliche und mutige Leistung! Der richtige Beitrag zum Internationalen Frauentag.

Die Lyrikerin Karin Prucha, die auch in Klagenfurt lebt, stellte Seelenbilder in den Raum, die in Traumwelten wegtriften. In den fünf Gedichten standen Frauen und ihre Gefühlswelten im Mittelpunkt. Prucha hat sich auch der Theaterwelt verschrieben und arbeitet als Regieassistentin bei verschiedensten Produktionen in Kärnten.

Als letzte Protagonistin der „Frauenzimmer“ war Elisabeth Christof auf dem Podest mit einem Prosatext “Die Entrümpelung“ und einem nachdenklich stimmenden Gedicht „Einsamkeit“ zu hören. Sie machte bei der Aktion „SchmutzkübelK… Eine Intervention I Kunst:Politik“ (Drava 2013) mit dem Gedicht „Klagenfurt“ mit. Christof schloss den literarischen Reigen der Frauenzimmer – bis nächstes Jahr.

Gruppenbild mit Damen: Von links, vorne sitzend, die Autorinnen Karin Prucha, Eva Possnig, Betty Quast mit Junior und Maria Alraune Hoppe. Hinten stehend: Elisabeth Christof, Monika Grill, Irina Antesberger, Luise Ruhdorfer, Marlies Karner-Taxer, Christine Tidl, Anneliese Merkac-Hauser, Dagmar Cechak, Ilse Gerhardt ( IG-Obfrau), Rebekka Scharf und Gisela Unterberger.“>Gruppenbild mit Damen: Von links, vorne sitzend, die Autorinnen Karin Prucha, Eva Possnig, Betty Quast mit Junior und Maria Alraune Hoppe. Hinten stehend: Elisabeth Christof, Monika Grill, Irina Antesberger, Luise Ruhdorfer, Marlies Karner-Taxer, Christine Tidl, Anneliese Merkac-Hauser, Dagmar Cechak, Ilse Gerhardt ( IG-Obfrau), Rebekka Scharf und Gisela Unterberger

Foto © Gabriele Russwurm-Biro

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